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So werden eure marokkanischen Kissen und Decken gewebt

Hier kommen die marokkanischen Kissen und Decken her - eine Reise durch die Weberei in Agadir

Lang lang ist’s her, dass ich einen Blogeintrag geschrieben habe. Verzeiht es mir, aber wie ihr wisst, schreibe ich nur, wenn ich etwas Interessantes zu sagen habe. Heute ist das der Fall. Ich möchte euch gerne zeigen, wo ich die Dari Design Kissen und Decken anfertigen lasse.

Alle Pompom Kissen und Decken sowie die Hammamtücher entstammen allesamt einer kleinen Weberei in Agadir. Sie befindet sich mitten im Kunsthandwerkermarkt – der sog. „Kasbah de Souss“ (siehe Bild = Eingangsbereich der Kasbah). Dies ist nicht mit dem gewöhnlichen Markt „Souk El Had“, der bei Touristen ein beliebtes Ziel ist und auf dem man Waren jeglicher Art erweben kann, zu verwechseln. In der Kasbah sieht man die marokkanischen Kunsthandwerker direkt bei der Arbeit. Es findet sich dort eine Töpferei, mein liebster Korbmacher Omar sowie die Damen Najet und Mbarka, die Kerzen, Taschen und weitere schöne Souvenirs herstellen, außerdem mehrere Schuhmacher, Gewürzhändler, etliche Schmuckschmiede und, und, und…

Weberei marokkanische Kissen und Decken

Zwischen einem Kunstschreiner, der Accessoires und Möbel aus Thujenholz fertigt und einem Schuhmacher, der marokkanische Pantoffeln sog. „Babouches“ herstellt , befindet sich die wohl kleinste Weberei Agadirs mit einem einzigen traditionellen Webstuhl.

In der Weberei arbeiten Khalid und Mohammed. Ich habe die beiden bereits vor der Eröffnung unseres Hotels kennengelernt. Sie haben damals Stoffe für Sofas, Vorhänge und Kissen gefertigt. Vom ersten Moment an war ich hin und weg von der traditionellen Webtechnik. Dabei sein, wie ein Stoff von Hand entsteht? Sowas sieht man heutzutage nicht allzu oft. Meine Verblüffung wird in folgendem Video deutlich. Man beachte meine Erdmännchen-ähnliche Kopfbewegung und mein peinliches Grinsen während dem Prozedere.

So werden sie also hergestellt – die Stoffe, aus welchen später Hammamtücher, Bommeldecken, Pompom Kissen, Vorhänge oder Überwürfe entstehen. Die Herstellung von zwei Quadratmetern Stoff dauert – je nach Muster und Dicke des Garns – mehrere Stunde bis hin zu einigen Tagen. Qualität braucht eben seine Zeit.

Apropos Qualität, woran erkennt man einen Stoff, der hochwertig ist? Grundsätzlich gilt, je dichter der Stoff ist, umso hochwertiger ist dieser. Kann man die Maschen mit bloßer Hand weit auseinander ziehen, so ist es relativ unwahrscheinlich, dass der Stoff einen Waschgang überlebt. Sind die „Fäden“ hingegen sehr dicht gewebt, so handelt es sich um ein hochwertiges Produkt. Im letzteren Fall spinnt man das Webgarn doppelt oder dreifach und verbraucht so natürlich auch viel mehr Garn. Dies spiegelt sich dann in Gewicht, Qualität und Preis wieder.

Spinnt man? Ja ihr habt richtig gelesen. Wie beim Dornröschen spinnt Khalid die Fäden des Garns zu doppelten oder dreifachen Fäden. Dabei können natürlich auch verschiedene Farben gemischt und so interessante Effekte erzielt werden. Natürlich gibt es auch hierzu ein Video. Sieht man schließlich nicht alle Tage, dass einer spinnt, wobei….:-)

Nachdem also Khalid gesponnen hat und Mohammed fröhlilch die Webschiffchen hin- und herflitzen ließ entstehen letztlich die Stoffe, aus denen die Dari Design Textilien gefertigt sind (mit Ausnahme der Handiras – dazu gibt es eine andere Geschichte). Die Überwürfe und Hammamtücher sind nach dem Weben sofort abholbereit, während die Kissen erst per Hand genäht werden. Und so sieht das dann am Ende aus…

 

So, das war’s auch schon. Hier findet hier natürlich all die handgewebten Hübschigkeiten.

Bslemma (tschüss auf marokkanisch…wieder was gelernt ;-))

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